Thüringen historisch

Jahr/ZeitraumEreignisBezug zu ThüringenBeschreibung/Quelle
1. Jhd. v. Chr. bis 2. Jhd. n. Chr.Großromstedter Kulturnicht gegebenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Großromstedter_Horizont
1. Jhd. n. Chr.Markomannen, ursprünglich an der Elbe, später am Main ansässig, wandern in das heutige Böhmen ausnicht gegebenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Markomannen
1. Jhd. n. Chr.Römer siedeln Hermunduren am Main an, Vorherrschaft durch die Markomannennicht gegeben, Hermunduren werden mittlerweile nicht mehr als direkte Vorfahren der Thüringer betrachtethttps://de.wikipedia.org/wiki/Hermunduren
166 bis 180Überfälle auf Regensburg während der Markomannenkriegenicht gegebenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Markomannenkriege
370 bis 395Ersterwähnung der Thüringergegebenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Thüringer
ca. 480 bis 531Königreich der Thüringergegeben, angenommene Ausdehnung nach Süden steht im Widerspruch zum Kensiedlungsgebiet, siehe unten
531 Schlacht an der UnstrutNordhälfte an die Sachsen (Stammesherzogtum) => südliches heutiges Sachsen-Anhalt, Südhälfte an die Franken => Herzogtum Thüringenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_an_der_Unstrut
https://de.wikipedia.org/wiki/Stammesherzogtum_Sachsen
ca. 630Herzogtum ThüringenPersonalunion Herzöge Thüringen und Grafen Ostfrankenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Thüringens
742 (bis 1994)Gründung Bistum WürzburgGrenze Herzogtümer Thüringen/(Ost-)Franken identisch mit Grenze Bistümer Mainz/Würzburg am Rennsteighttps://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Würzburg
1131 bis 1247Landgrafschaft Thüringengegeben, Personalunion mit damaligem Hessenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Landgrafschaft_Thüringen
1264 bis 1918/1920Wettiner, Obersachsenräumlich gegeben, spätere Erweiterungen der Wettiner u.a. nach Frankenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Wettin
1353/1374Pflege Coburg an die Wettinernicht gegeben, Ortslande zu Frankenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Pflege_Coburg
1583größter Teil der fränkischen Grafschaft Henneberg an die Wettinernicht gegebenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Henneberg
1806 bis 1918Gründung Königreich Sachsengegeben, Obersachsen wird geteilt, der Begriff Sachsen ist nun mit dem Königreich verknüpfthttps://de.wikipedia.org/wiki/Königreich_Sachsen
1833 bis 1920Gründung Zoll- und Handelsverein der Thüringischen Staatenin Thüringen und Franken, für das südwestliche Obersachsen wird erstmals der Begriff Thüringen verwendethttps://de.wikipedia.org/wiki/Zoll-_und_Handelsverein_der_Thüringischen_Staaten
1920 bis 1952Land Thüringenin Thüringen und Frankenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Land Thüringen (1920–1952)
1990 bis heuteFreistaat Thüringenin Thüringen und Frankenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Thüringen
1994 (bis heute)Gründung Bistum Erfurtin Thüringen und Franken, Bistumsgenze wird damit nach Süden an die thüringisch-bayerische Landesgrenze verlagerthttps://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Erfurt

Bei der historischen Betrachtung Thüringens bzw. dessen Entwicklung ist ab der Schlacht an der Unstrut relativ viel Klarheit gegeben. Die weltlichen und kirchlichen Grenzen nach Süden zu Franken sind im Prinzip bis 1994 sehr eindeutig und identisch. Der Herrschaftsgebiet der Wettiner erstreckte sich ab dem 14. Jhd. auch deutlich nach Franken hinein.

Die für den Zeitraum vor der Schlacht an der Unstrut behauptete südliche Ausdehnung der Königreichs der Thüringer bis an den Main oder die Donau ist nicht belegbar. Seit man zwischen grundsätzlich elbgermanischen und dediziert thüringischen Grabfunden unterscheidet, ist ein einzelnes Frauengrab bei Bad Staffelstein der einzige eindeutig thüringische Fund südlich des Rennsteigs. Weiterhin weisen aktuelle Darstellungen für das Kernsiedlungsgebiet der Thüringen den Thüringer Wald (Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge) als Südrand aus.

Beziehen sich literarische Quellen zwischen der Schlacht an der Unstrut 531 und der Gründung der Landgrafschaft Thüringen 1131 auf ein Herschaftsgebiet der Thüringer außerhalb des Gebiets des Herzogtums Thüringen, so sind diese gründlich zu hinterfragen.

U.a. nachstehende Karten sind damit zumindest diesbezüglich als historisch falsch zu betrachten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Chlodwigs_Eroberungen.png

https://schida.net/literatur/buecher/tka/buch_tka.htm

https://mittelalter.fandom.com/de/wiki/Th%C3%BCringer

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Frankenreich_unter_den_Merowingern.jpg

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https://www.mdr.de/geschichte/weitere-epochen/mittelalter/thueringer-name-herkunft-germanen-thueringen-100.html

© Peter Keßler

https://www.thueringer-allgemeine.de/regionen/artern/article228197493/Eintauchen-in-fruehmittelalterliche-Geschichte.html

Im südlichen heutigen Sachsen-Anhalt finden sich zahlreiche Hinweise auf die historische Zugehörigkeit zu Thüringen.

Die Mark Thüringen (Osterland) und zumindest Teile der Ostmark lagen im heutigen Freistaat Sachsen. Die mittelalterliche Bevölkerung ist östlich des Kernsiedlungsgebiets der Thüringer vor Beginn des Mittelalters als Mischung vorwiegend aus Thüringern (Siedlungsrichtung nach Osten) und Slawen (Siedlungsrichtung nach Westen) zu betrachten. Hier sind auch nördlich daran anschließende Bereiche des heutigen Brandenburg in der Betrachtung mit einzubeziehen. Der slawische Siedlungseinfluss reicht weit u.a. in das heutige Thüringen hinein. Es ist allgemein bekannt, dass der Name Sachsen über die Askanier und vor allem 1423 mit der gleichnamigen Kurwürde über die Wettiner in die Region kam und keinen Bezug zum Stammesverband der Sachsen darstellt.

Die Leipziger Teilung 1485 kann auch deshalb nicht als Teilung von Thüringen und Sachsen betrachtet werden, zumal die Besitzungen der Ernestiner und der Albertiner über das gesamte Gebiet verteilt waren und hier deshalb keine Trennlinie erkennbar ist.

Mit der Schaffung des Königreichs Sachsen 1806 verschwand die Assoziation dessen Gebiets mit Thüringen. Der Begriff Sachsen konnte damit alleinstehend nicht mehr für andere Bereiche Obersachsens verwendet werden.

Mit der Gründung des Gründung Zoll- und Handelsverein der Thüringischen Staaten 1833 wird erstmals der Begriff Thüringen auch für die in Franken gelegenen Besitzungen der ernestinsichen Wettiner verwendet.